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130 Jahre DRK Ortsverein Saarburg e.V. - Eine Truppe für kleine und große Notfälle

Saarburg. Als Frauenverein, der sich um Wöchnerinnen und Kriegskranke kümmert, wurde das Deutsche Rote Kreuz vor 130 Jahren im Kreis Saarburg gegründet. Heute machen Mitglieder Dienst bei Rock am Ring und anderen Festen. Und nicht nur das.

Foto: Ken Schneider

Im Frühjahr und im Sommer hat der Saarburger Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) einen vollen Terminkalender. Ob Saar-Pedal, Reitturnier im Kammerforst oder Circus Krone in Trier sowie Rock am Ring – bei all diesen Veranstaltungen übernehmen Rot-Kreuzler und andere Verbände den Sanitätsdienst – ehrenamtlich. Beim DRK kommen da pro Jahr bis zu 60 Dienste mit zwei oder mehr Kräften zusammen, die bei leichteren Beschwerden wie Kreislaufproblemen helfen, aber auch im Notfall eingreifen können. Bei Saar-Pedal ist es beispielsweise schon zu Unfällen mit Kopfwunden und Armbrüchen gekommen. Ab einem gewissen Risiko sind Sanitätsdienste vorgeschrieben. Gäbe es die Ehrenamtler nicht, die lediglich eine Aufwandsentschädigung erhalten, müssten Veranstalter für diese Leistung recht tief in die Tasche greifen.

Junggebliebener Verein Trotz 130-jähriger Geschichte ist das DRK in der VG Saarburg heute ein junger Verein. Arno Hoffmann, zweiter Vorsitzender des Ortsvereins sagt: „Das Durchschnittsalter ist zumindest in der Saarburger Ortsgruppe relativ niedrig, viele der Mitglieder sind zwischen 16 und 25 Jahren alt.“ Man müsse viel tun, um die Leute bei der Stange zu halten. Das scheint zu gelingen, denn Hoffmann sagt auch: „Wir haben in der Jugendarbeit zur Zeit recht guten Zulauf.“ In Taben-Rodt gebe es eine eigene Jugendgruppe. Neben gemeinsamen Aktivitäten wie Grillen und Ausflügen zur Kartbahn seien für die jungen Leute die Autos mit Blaulicht und die Sanitätsdienste beim Open-Air-Festival Rock am Ring und bei anderen Festen interessant. Allerdings betont Hoffmann: „Wer im Dienst ist, darf keinen Alkohol trinken.“

Blick zurück Rund 105 Aktive und 1200 Fördermitglieder sind in der Verbandsgemeinde Saarburg beim DRK dabei. Sie sind im Ortsverein Saarburg zusammengeschlossen. Und der Ortsverein, mit den Ortsgruppen Saarburg, Taben-Rodt und Wincheringen (Freudenburg und Serrig wurden aufgelöst)  feiert in diesem Jahr 130. Geburtstag. Vorläufer des heutigen Vereins war der Vaterländische Frauenverein, gegründet 1888 in Saarburg. Sein Ziel war die Unterstützung von armen Wöchnerinnen, also Frauen nach der Geburt. Zwischen 1914 und 1916 war der Verein in der Kriegskrankenpflege aktiv. Die Frauen schickten Pakete an Soldaten und unterstützten Lazarette mit Verbandsstoff und Wäsche. In Friedenszeiten rückte die Unterstützung der Zivilgesellschaft in den Mittelpunkt.

Die Aufgaben Der Sanitätsdienst ist heute eine Aufgabe des DRK-Vereins. Eine andere ist die Rufbereitschaft. Bei diesem Dienst unterstützen Ehrenamtliche die hauptamtliche Wache des Rettungsdiensts, wenn ihre Mittel erschöpft sind oder sie mit einem anderen Notfall betraut ist. Zehn entsprechend ausgebildete Mitglieder übernehmen die Rufbereitschaft. Innerhalb von drei bis vier Minuten nach der Alarmierung können diese Mitglieder den Rettungstransportwagen des Vereins besetzen und ausrücken. 115 Mal haben sie das im vergangenen Jahr getan.Auch bei größeren Zwischenfällen oder solchen mit möglicherweise vielen Verletzten springen die DRK-Ehrenamtler dem Rettungsdienst bei. In diesem Fall kommt die Schnelleinsatzgruppe zum Zug, die aus medizinisch und technisch ausgebildeten Einsatzkräften besteht. Sie war kürzlich bei der Personensuche in Helfant aktiv, hilft bei Evakuierungen und Bombenentschärfungen. Sie schließt die Lücke zwischen Rettungsdienst und Katastrophenschutz, betreut Verletzte und Betroffene, richtet Behandlungsmöglichkeiten für eine größere Zahl von Menschen ein und stellt Material und Technik bereit. Außerdem organisiert das DRK Blutspendetermine und bietet Erste-Hilfe-Kurse an.

Die Ausbildung der DRKler Wer beim DRK mitmachen möchte, kann verschiedene Fortbildungen durchlaufen. Die Basis bildet der Erste-Hilfe-Lehrgang, der acht Doppelstunden umfasst. Nächster Schritt ist der Sanitätslehrgang, der über mehrere Wochenenden läuft. Hoffmann sagt: „Wir setzen mittlerweile voraus, dass der Sanitätslehrgang im ersten Jahr bei uns absolviert wird.“ Rettungssanitäter und Notfallsanitäter sind sehr viel umfassendere Ausbildungen. „Wir haben viele gut ausgebildete Leute“, sagt Hoffmann. Einige von ihnen arbeiten auch im Hauptberuf im medizinischen Bereich, wie der Bereitschaftsarzt und die Rettungssanitäter. Etwa zweimal pro Monat werden Übungsabende beim DRK organisiert. Der Ortsverein nimmt auch regelmäßig an größeren Übungen mit der Feuerwehr und anderen Organisationen teil.

Motivation Wieso verbringt man seine Freizeit damit, andere zu retten? „Ein bisschen verrückt sind wir alle“, sagt Hoffmann grinsend. Ein bisschen Helfersyndrom sei vielleicht auch dabei. Doch sei es auch faszinierend, Einblicke in besondere Situationen zu erhalten. Hoffmann ergänzt, niemand müsse gerne Blut sehen, um beim Roten Kreuz mitzumachen. Es seien auch technische oder kommunikative Fähigkeiten gefragt.

Das Jubiläum Zum 130-jährigen Bestehen hat der Ortsverein einiges auf die Beine gestellt. Intern wurde zum Weltrotkreuztag ein Fest gefeiert. Zudem hat der Verein eine Chronik aufgelegt, die es ab sofort bei Bücher Volk und bei der Touristinfo in Saarburg zu kaufen gibt. Gut lesbar werden darin Hintergründe kompakt erklärt und besondere Mitglieder vorgestellt. Zudem präsentiert sich der Verein mit Fuhrpark und Gerät bei Saar-Pedal und lädt im Juli zu einem Familientag ein.

Mehr Infos und Kontakt Wer beim DRK in der VG Saarburg mitmachern möchte oder Fördermitglied werden will, kann sich beim DRK Ortsverein Saarburg melden, Telefon 06581/955-11, E-Mail: info@drk-saarburg.de, Mehr Infos: www.drk-saarrburg.de

Text: Marion Maier, Trierischer Volksfreund

17. Mai 2018 10:43 Uhr. Alter: 61 Tage